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Kartierungen 2006


Liebe Freunde und Mitarbeiter,

die Kartierung von Vögeln der Siedlungsbereiche im Jahre 2005 war ein voller Erfolg! In fast
60 Probeflächen mit knapp 600 ha wurden alle Arten quantitativ erfasst, das sind > 10 % der Siedlungsflächen im Landkreis. Die 16 ausgewählten Arten wurden in mehr als der Hälfte aller Ortschaften kartiert, Elstern sogar auf fast ¾ der Fläche. Auf dieser Grundlage können wir Populationsgrößen der meisten Arten gut abschätzen und haben Einblicke in die unterschied-
lichen Biotopansprüche vieler Siedlungsvögel gewonnen. Lediglich unsere Kenntnisse über die Eulen liegen noch weitgehend im Dunkeln. In einigen Gebieten wird die Erfassung der urbanen Arten 2006 fortgesetzt.

Im Rahmen der Kartierungen für unsere geplante Avifauna und das ADEBAR-Projekt (Atlas deutscher Brutvogelarten) wollen wir bis spätestens 2008 weitere Kenntnislücken schließen und haben uns daher für 2006 folgende Arbeitsschwerpunkte vorgenommen:

Bestandsaufnahme von Waldvögeln
Erfassung von Siedlungsvögeln - Nacharbeiten
Kartierung des Rotmilans
Kartierung des Rebhuhns
ADEBAR: Erfassung aller übrigen 'mittelhäufigen' und seltenen Arten
Brutvogel-Monitoring in der 'Normallandschaft' - Fortsetzung
Brutvogel-Monitoring an Gewässern - Fortsetzung


Bestandsaufnahme von Waldvögeln

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist zu mehr als 1/3 bewaldet. Flächendeckende Kartierungen sind auf den über 46.000 ha natürlich bei kaum einer Art möglich, es sei denn, sie kommt nur in bestimmten Waldgesellschaften und damit auf überschaubarer Fläche vor, wie etwa der Mittelspecht. Die meisten solcher Arten haben wir einigermaßen "im Griff". Problematisch sind einige "mittelhäufige" Arten, die zwar weit verbreitet,aber bisher nicht besonders beachtet worden sind. Daneben fehlen uns Daten zum Vorkommen vieler häufiger Wald-Vogelarten. Ähnlich wie bei der Erfassung der Siedlungsvögel sind zwei Vorgehensweisen gedacht:

1) Kartierung ausgewählter Arten auf größeren Teilflächen - ähnlich dem Monitoring der Vögel der Normallandschaft, aber auf größeren Flächen.
Ziel ist es, die Größenordnung folgender Arten auf mindestens einer repräsentativen Teilfläche pro TK 25 - Viertel zu erfassen:

Mäusebussard, Waldschnepfe, Turteltaube, Kuckuck, Waldkauz, Waldohreule, Gartenrotschwanz, Misteldrossel, Waldlaubsänger, Trauerschnäpper, Schwanzmeise, Weidenmeise, Kolkrabe, Erlenzeisig, Kreuzschnabel, Gimpel.

Wer will, kann natürlich bei dieser Gelegenheit noch weitere Arten "mitnehmen", so z.B. alle übrigen Spechte und Tauben, Habicht, , Sperber, Baumpieper, usw.

Die Kartierung sollte bereits Anfang März bei gutem Wetter beginnen (Spechte, Eulen, Kolkraben, Misteldrossel) und Anfang -Mitte Juni nach 4 Durchgängen beendet werden. Für die Eulen, Waldschnepfe und ggf. Ziegenmelker sind weitere Nachtkontrollen nötig. Die Flächen können für die verschiedenen Arten unterschiedlich groß sein (z.B. 1 km² für Waldlaubsänger oder 20 km² für Misteldrossel). Um für Hochrechnungen einen Flächenbezug zu bekommen, müssen die untersuchten Bereiche in einer Karte abgegrenzt werden. Es wäre schön, wenn in jedem Messtischblatt-Quadranten mindestens eine Fläche bearbeitet wird.

Hinweise zur Methode
Mäusebussard: Nach Möglichkeit Horstfunde, als "Revier" auch balzende, warnende und territoriale Vögel werten.
Waldschnepfe: Vorkommen in allen Waldtypen, auch in trockenen Kiefernwäldern. Registrierung balzender Männchen über Waldwegen und Lichtungen ab Anfang Mai 1 Std. vor Sonnenuntergang bis Dunkelheit, etwa 1 Kontrolle pro km² Waldfläche.
Turteltaube: Ab Anfang Mai - Juli Kartierung rufender und balzfliegender Männchen und aller sonstigen Beobachtungen. Beste Tageszeit: früher Morgen bis Vormittag und abends.
Kuckuck: Besiedelt abwechslungsreiche, halb offene Landschaft, weniger auch geschlossene Wälder. Ab Anfang Mai bis Ende Juni Kartierung rufender Männchen bzw. lockender Weibchen. Beste Tageszeit: vor Sonnenaufgang. Wegen großer Streifgebiete der Männchen Wertung benachbarter Reviere nur bei gleichzeitiger Feststellung.
Waldkauz: Vor allem in Laubwäldern, aber auch in Hofgehölzen, ab Mitte Februar bis Juni in windruhigen Nächten Kartierung rufender Käuze, im Feb. und März Balzrufe, ab Mai bis Ende Juni flügge Junge.
Waldohreule: Vor allem in Feldgehölzen und trockenen Kiefernwäldern, ab Ende Februar bis Ende März in windruhigen Nächten Kartierung balzender W. (Flügelklatschen und Reviergesang), ab Mitte Mai bis Juni flügge Junge.
Gartenrotschwanz: Vorkommen vor allem in trockenen Kiefernwäldern. Kartierung singender Männchen ab Anfang Mai, ab Ende Mai fütternder Altvögel.
Misteldrossel: Brutvogel in Nadelwäldern, insbesondere deren Randbereichen. Kartierung singender Männchen, auch Nahrung suchender Paare, später auch warnender Altvögel.
Waldlaubsänger: Vorkommen in geschlossenen Laub- und Nadelwäldern. Kartierung vor allem singender Männchen und warnender Vögel ("diüüü") von Anfang Mai bis Anfang Juni.
Trauerschnäpper: Vorkommen in allen Waldgesellschaften möglich, oft in Nistkästen. Kartierung singender Männchen ab Ende April bis Anfang Juni. Schwarze Männchen sind i.d.R. Durchzügler!
Schwanzmeise: In allen Waldgesellschaften zu erwarten. Kartierung ab Anfang März, (brütet sehr früh) bis Ende April, auch spätere Beobachtungen werden gewertet.
Weidenmeise: Vorkommen vor allem in Feuchtwäldern, aber auch in Nadelwäldern. Kartierung singender Männchen sowie rufender Altvögel vor allem von Mitte März bis Ende April.
Kolkrabe: Kartierung ab Anfang Februar möglich, balzende Paare, ab Mitte März (Brutbeginn) Einzelvögel beachten. Besonders auffällig während der Fütterungszeit im April-Anfang Mai (Territorialverhalten, Feindabwehr) und nach dem Ausfliegen (Familienverbände, rufende Junge).
Erlenzeisig: Vorkommen in Kiefern- und Fichtenbeständen zu erwarten, aber Achtung, Durchzügler können bis in den Juni vorkommen. Als brutverdächtiges Verhalten werden Singflüge gewertet, möglichst 2 mal mit mindestens 7 tägigem Abstand, einmal davon zwischen Anfang April und Mitte Mai, einmal später.
Fichtenkreuzschnabel: Nach einem guten Fichten-Samenjahr 2005 vermutlich kaum Beobachtungen in 2006. Keine Wertung von Trupps, Kartierung einzelner Paare, singender Männchen und bettelnder Junge.
Gimpel: Unauffällige Art, daher alle Nachweise ab Anfang April werten.

2) Siedlungsdichte-Untersuchungen aller Arten auf Probeflächen
von 10-20 ha Größe
. Ausgewählt werden sollten "normale" Waldbestände, die repräsentativ für das jeweilige Waldgebiet sind. Insbesondere sollten Kiefernbestände unterschiedlicher Alter und Strukturen untersucht werden, da die Kiefer mit rd. 70 % Flächenanteil die verbreitetste Baumart ist. Daneben können aber auch Bestände aller anderen Baumarten, besonders markante Bestände, Feldgehölze usw. untersucht werden.

Ziel ist die Erarbeitung von Größenordnungen und Artenspektren verschieden alter Bestände unterschiedlicher Baumarten. Zur späteren Auswertung bitte Einzelheiten über Baumartenzusammensetzung, geschätztes Alter und Strukturen notieren.

Hinweise zur Methode
Empfehlenswert ist die Vorbereitung einer Begangskarte im Maßstab von 1:5000, die 2-3 mal auf ein DIN A 4 Blatt kopiert werden kann. Kartenmaterial wird auf Wunsch von mir bereitgestellt. Für jeden Kartierungsgang wird eine Tageskarte angefertigt (Datum notieren!), in die Kartenausschnitte werden zur bessern Übersichtlichkeit jeweils nur bestimmte Artengruppen eingetragen. Die Flächen werden von ca. 50, maximal 100 m auseinander liegenden parallelen Begangswegen (z.B. Rückewegen) mindestens 5 mal in der Zeit von Anfang März bis Anfang Juni kartiert.

Wichtig für korrekte Einzeichnung der Beobachtungen ist eine genaue Orientierung im Gelände und auf der Karte, eventuell sind unauffällige Markierungen im Gelände notwendig. Kartiert wird grundsätzlich nur bei gutem Wetter (kein starker Wind, kein Regen), beginnend in der Morgendämmerung (spätestens bei Sonnenaufgang) und (im Mai Juni) nicht länger als 10 Uhr. Die Start- und Endpunkte sollten bei den einzelnen Durchgängen variiert werden, um möglichst überall zum optimalen Zeitpunkt gewesen zu sein.

Kartiert werden alle "revieranzeigenden Merkmale" aller Vogelarten, d.h. Gesang, Warnen, Füttern etc. mit entsprechenden Artkürzeln (siehe Anhang). Verhalten kann, muss aber nicht vermerkt werden, lediglich Brutnachweise sollten durch Einkreisen des Artkürzels immer festgehalten werden. Weitere interessante Beobachtungen (z.B. ziehender Vögel) können am Rande vermerkt werden.
Wichtig ist die gleichzeitige Registrierung benachbarter Sänger.

Die Daten der Tageskarten sollten möglichst am gleichen Tage in Artkarten übertragen werden. Nach Abschluss der letzten Begehung werden die Nachweise in den Artkarten zu "Papier-Revieren" zusammengefasst. Bei nur 5 Durchgängen kann schon eine Feststellung als Revier gewertet werden, sofern die Beobachtung innerhalb der Wertungsgrenzen (außerhalb der Zugzeit, siehe auch Methoden-Handbuch) liegt.


Erfassung von Siedlungsvögeln - Nacharbeiten

Die Kartierung der "Siedlungsvögel" soll in den im Vorjahr nicht oder nur lückenhaft untersuchten Gebieten fortgesetzt werden. Bei der flächendeckenden Kartierung kann auf die Erfassung von Rabenkrähe und Hausrotschwanz verzichtet werden, so dass folgende Arten übrig bleiben: Turmfalke, Straßentaube/Haustaube, Türkentaube, Mauersegler, Grünspecht, Wendehals, Haubenlerche, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Gartenrotschwanz, Wachholderdrossel, Girlitz, Elster, Dohle.

Methode: mindestens 3 Begehungen (1 x vor Laubaustrieb März / April v.a. Elsternester in Bau, 2. Anfang- Mitte Mai v.a. Hausrotschwanz, Girlitz,
3. Juni/Juli v.a. Schwalben).

Einzelheiten siehe Arbeitsprogramm 2005.

Kartierung der Eulen (Schleiereule, Waldkauz) wäre sehr sinnvoll, erforderlich sind Nachtexkursionen im Februar/April (Balz) und Mai/Juni (flügge Junge), bei Schleiereule auch noch später.

Die Kartierung aller Arten auf Probeflächen verschiedener Siedlungstypen ist fast abgeschlossen. Es fehlen noch Untersuchungen in Gewerbegebieten und Waldsiedlungen.


Kartierung des Rotmilans

Nach der landesweiten Rotmilan-Kartierung im Jahre 2000 ist von der NOV und staatlichen Vogelschutzwarte für 2006 eine erneute Erfassung vorgesehen, da regional von Bestandsrückgängen berichtet wird. Wir bitten alle Mitarbeiter um Kontrolle der ihnen bekannten Rotmilan-Reviere und um Hinweise auf Brutvorkommen. Insbesondere sollten "verdächtige" Wälder vor Laubaustrieb Mitte-Ende April auf besetzte Horste kontrolliert werden.


Kartierung des Rebhuhns

Zum "Warmlaufen" für einen eventuell für 2007 geplanten Schwerpunkt "Ackervögel" Kartierung rufender Männchen von Anfang März bis Anfang April (beste Zeit) in der Abenddämmerung von Sonnenuntergang bis Dunkelheit zu Fuß oder mit dem Fahrrad entlang der Feldwege.


Brutvogel-Monitoring in der Normallandschaft - Fortsetzung

Im Rahmen des 2003 von der Staatlichen Vogelschutzwarte begonnenen landesweiten Programms werden in den vorgegebenen Gebieten die langfristigen Brutvogel - Bestandsaufnahmen fortgeführt. Wer sich mit neuen Flächen beteiligen will, möge bitte Hans-Jürgen Kelm ansprechen.


Koordination: Hans-Jürgen Kelm,
Dannenberger Str. 7 - OT Grippel,
29484 Langendorf, Tel. 05882/261
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