Wiesenweihen-Weibchen "Viviane" © René Fonger
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Wiesenweihen kehren in ihr Winterquartier zurück
Die Wiesenweihen-Brutsaison 2013 im Landkreis Lüchow-Dannenberg endete bei insgesamt 2 Brutverdachten
und 9 Brutpaaren mit 5 erfolglosen Bruten (die Bruten wurden entweder aufgegeben oder die Eier bzw.
Jungvögel wurden vor der Getreideernte prädiert) und 4 erfolgreichen Bruten mit insgesamt 9 flüggen Jungvögeln.
Die Brutsaison war gekennzeichnet durch Nahrungs- bzw. Mäusemangel und der damit einhergehenden erhöhten Prädation.
Verbreitungsschwerpunkte fanden sich in der Lüchower Landgrabenniederung (südöstl. Dangenstorf) und dem Niederen Drawehn (südl. Karwitz und nördl. Clenze).
Im Rahmen einer länderübergreifenden Kooperation zwischen dem Wiesenweihenbetreuer in Sachsen-Anhalt,
René Fonger, dem BUND, der Sachsen-anhaltinischen und der Niedersächsischen Vogelschutzwarte
sowie der Avifaunistischen Arbeitsgemeinschaft Lüchow-Dannenberg e.V., konnten zwei
Wiesenweihen in der Landgraben-Dumme-Niederung südlich Bockleben bzw. Volzendorf, an der Grenze
zwischen dem Altmarkkreis Salzwedel und dem Landkreis Lüchow-Dannenberg, mit Satellitensendern versehen werden.
Am 19.07.2013 gelang es Experten der Arbeitsgruppe Wiesen- weihenschutz der niederländischen Universität
Groningen zwei Altvögel zu fangen. Das Weibchen trägt, auf Wunsch der Niedersächsischen Vogelschutzwarte,
den Namen „Viviane“, das Männchen trägt den Namen „Henry“. Namenspate ist hier Herr Henry Rötz, Betriebsleiter
der Agrargenossenschaft Pretzier, die dieses Jahr zwei Paare auf ihren Flächen geschützt hat, von denen beide
erfolgreich waren und insgesamt 5 Junge aufzogen. „Henry“ besitzt als Besonderheit eine nur schwach ausgeprägte
schwarze Flügelbinde auf der Oberseite. Vermutlich dieses Männchen hat bereits 2011 in der Landgraben-Niederung
südlich Bockleben gebrütet.
Wiesenweihen-Weibchen "Viviane" am 19.07.2013. © René Fonger
Ziel der Besenderung ist es, genauere Erkenntnisse über die Zugrouten sowie die Winterquatiere der Wiesenweihen und deren dortiges Verhalten zu gewinnen. Aber auch in den Brutgebieten ist es leichter möglich, detaillierte Informationen z. B. über die Nutzung der Brut- und Nahrungshabitate zu erhalten.
Die Zugrouten der aktuell besenderten Vögel können auf der Karte (s.u.) verfolgt werden. Diese wird alle paar Tage aktualisiert.
Für die tatkräftige Unterstützung gilt der besondere Dank des Autors allen beteiligten Landwirten sowie Hans-Jürgen Kelm, Manfred Schaaf, Horst Schuster und Christoph Siems-Wedhorn sowie allen Beobachtern, die mit der Meldung ihrer Wiesenweihen-Daten zu dem Erfolg der Brutsaison 2013 beigetragen haben.
Stefan Beilke
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